Tschüss, Magazin!

Heute Morgen habe ich mir ein Herz gefasst… die Entscheidung stand eigentlich schon eine Weile, aber ich musste mich doch ein bißchen überwinden, es auch laut auszusprechen, denn wenn man sich von einem Herzensding verabschiedet, ohne, daß man es ganz zwingend muss, dann will man sich auch sicher sein, daß man das Richtige tut. Also ich wollte das auf jeden Fall.

Entsprechend habe ich, nachdem die Brut außer Haus war, mit meinem ersten Tee eine Mail an die Shops unseres Vertrauens geschrieben und danach einen kleinen Post bei Facebook auf der Magazinseite abgesetzt. Jetzt macht es den ganzen Tag BING!!! Und das Postfach platzt.

Wirklich, es ist so schön zu sehen, daß Ihr auch nach zehn Ausgaben nicht die Nase voll habt, von der Zeitschrift. Daß Ihr gerne noch weiter machen würdet, zeigt mir, daß die Idee dahinter und auch die Umsetzung gut waren und sind. Ein größeres Lob kann ich mir gerade gar nicht vorstellen. So lieb, jemand hat sogar gefragt, ob finanzielle Unterstützung notwendig wäre.

Und bevor jetzt die Gerüchte hochkochen oder Ihr Euch fragt, was zum Kuckuck da gerade bei der Kreativsüchtigen los ist und warum sie das denn jetzt tut, möchte ich doch kurz ein paar Worte mehr dazu sagen, als ich es in dem Facebookposting getan habe.

Ja, die Verkaufszahlen sind tatsächlich auch etwas zurück gegangen, aber das hätte ich ja mit einer kleineren Auflage vielleicht kompensieren können. Tatsächlich kann man aber im Moment regelrecht zugucken, wie die Preise für ungefähr alles explodieren. Auch für Papier, Druck und Lieferung. Das bedeutet, daß ich das Heft hätte teurer machen müssen, in einer Zeit, in der viele überlegen, wie sie im Winter wohl ihre Heizung bezahlen sollen, wenn sie denn dann noch funktioniert. Also ich will jetzt nicht schwärzer malen als es unbedingt nötig ist, aber diese Gedanken sind ja da. (Man könnte natürlich auch Zeitschriften verfeuern… *hust*)

Ich vermute jedenfalls, daß das zu einem weiteren Rückgang im Verkauf geführt hätte und sich dann auch hier die Abwärtsspirale angefangen hätte zu drehen und DAS WOLLTE ICH KEINESFALLS. Wirklich nicht. Denn zum Einen ist es zwar eine Herzensangelegenheit aber trotzdem eben „nur“ eine Zeitschrift und es ist mir ein großer Wunsch, daß wir alle das Kreativsüchtig Magazin als das tolle Ding in Erinnerung behalten, das es ist. Wie sagt man so schön, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und das mache ich jetzt.

Und weil ich diese Frage heute auch schon ein paar Mal beantwortet habe: ein digitales Format kommt hierfür für mich aktuell nicht wirklich infrage. Das müsste dann etwas Eigenes werden. Also nicht, daß es nicht auch Ideen gäbe, aber da ist aktuell nichts spruchreif. Ich bin eine Basteltante, ich mag Dinge befummeln, ich liebe Papier! Eine Zeitschrift ohne Druck? Nee. Nicht so.

Wenn ich wünschen darf, hütet Ihr Eure Exemplare wie einen Ideen-Schatz, den Ihr immer mal wieder aus dem Regal holt, um Euch inspirieren zu lassen. Denn auch wenn Stile und Trends sich ändern, ist Kreativität ja zeitlos. Ich besitze selbst eine Handvoll gut abgelagerter Hefte, die mir mal ein Freund aus Übersee mitgebracht hat, die ich auf keinen Fall missen möchte. Wenn das Kreativsüchtig Magazin bei dem Einen oder Anderen von Euch so einen Status hätte, das würde mich glücklich machen.

Und dann kommen wir zu dem anderen Punkt, der mich zu dieser Entscheidung bewogen hat, denn nach wie vor lautet mein ganz eigenes Motto: Machen macht glücklich! Allerdings ist es bei mir auch so, daß mich Machen nur dann so wirklich glücklich macht, wenn Entwicklung stattfindet. Auch das habe ich beim Magazin in der Form nicht mehr so richtig gesehen. Was nicht schlimm ist, im Gegenteil: Es war toll zu erleben, wie es von Ausgabe zu Ausgabe gereift ist. Aber mir persönlich muss die Sache bei dem Arbeitsaufwand, der da dranhängt, auch einen gewissen Kick geben. Was nicht bedeutet, daß es mir keinen Spaß gemacht hätte, um Himmels Willen! Wären die Dinge in der Welt gerade anders, hätte ich noch ein bißchen weiter gemacht. Aber bestimmt auch nicht für immer.

Man muss nicht immer alles ewig so weiter machen, nur weil es mal gut war. Oder weil man das Gefühl hat, daß Andere das von einem erwarten. Schubladendenken bringt einen im Leben nicht weiter und wenn es in der Furzmulde auf dem Sofa gerade so richtig kuschelig wird, ist es Zeit, mal aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen, sonst bleibt man da für immer hocken. Und das bin ich nicht.

Ich bin jetzt auch nicht mit einem weinenden und einem lachenden Auge unterwegs oder sowas. Wirklich, ich habe etwas gebraucht, um das für mich zu ende zu denken und es fühlt sich, jetzt wo es raus ist, richtig gut an.

Lieber mag ich an dieser Stelle kurz innehalten und die Dankbarkeit fühlen, dafür, daß ich das so machen konnte. Dafür, daß ich lernen durfte. Dafür, daß ich wieder einmal erleben durfte, daß der Blick über den Tellerrand immer lohnend ist. Ehrlich, was für eine geile Erfahrung.

Danke dafür. Von Herzen!

Kreativsüchtig

8 Kommentare

  1. Sara Clark Antworten

    Hallo Mel, danke auch nochmal von Herzen für die tollen Hefte. Was für eine Leistung – bei allem was du sowieso schon bewältigst, ohne dass man es als Außenstehender weiß. Viel Erfolg bei deinen weiteren Projekten, ganz liebe Grüße aus dem Süden der Republik

  2. Heike Antworten

    Auch ich werde Kreativsüchtig Hüter sein. Ich liebe jedes einzelne, bis vor kurzem hat mir die 1. Ausgabe noch gefehlt. Jetzt sind sie vollzählig und 10 ist eine runde Zahl. Auch wenn ich es schade finde, verstehe ich Deine Gründe. Also hier nochmal vielen Dank für 10 Ausgaben voll Freude und Inspiration.

    • Mel Autor des BeitragsAntworten

      Es war mir eine große Freude und ich freue mich, wenn Dich die Hefte noch eine Weile begleiten. :-D

  3. Mone Antworten

    Hi Mel,

    schade finde ich es! Aber die Zeitschriften, alle 10!!!, werden bei mir gehütet und ich hole sie eh schon immer mal wieder vor. Auch daran wird sich nichts ändern…. Danke für alles! Bleib wie du bist

Schreibe eine Antwort zu Sara Clark Antwort abbrechen