Jahresprojekt 2021 – fertig

Tschakka! Mein Memorydex Jahresprojekt für 2021 ist abgeschlossen. Die letzten Kärtchen habe ich gestern an meine Rollkartei geklipst und habe danach einmal nochmal ganz in Ruhe das letzte Jahr für mich Revue passieren lassen. Die ganzen schönen Momente, die Katastrophen und vor allem der normale Alltag, all das festgehalten zu haben und nochmal durchblättern zu können ist so schön! Memorykeeping ist so viel mehr als das Aufkleben von ein paar Fotos und Aufklebern…

Den Dezember gehe ich immer sehr ruhig an. Ich habe mir Veranstaltungen zum Adventswahnsinn schon vor einigen Jahren komplett abgewöhnt, auch wenn in diesem Jahr ja sowieso eher weniger möglich war. Glühweingeschiebe und Weihnachtskartenbastelmarathon finden hier einfach nicht statt. Stattdessen genieße ich einfach das Zuhausesein ohne irgendwelche Termine. Alles, was ich irgendwie abarbeiten kann, findet bereits im November statt und wenn es irgend möglich ist, bleibt der Dezember ein einziger blanker Fleck im Terminkalender.

Ich brauche diese Wochen, um den Kopf wieder leer zu bekommen und meist ist es so, daß spätestens um Weihnachten herum die Ideen in meinem Kopf wieder entstehen und ich mir dann völlig unbelastet ausdenken kann, was ich mit dem nächsten Jahr so anstellen möchte. Oft werde ich gefragt, wo ich meine Inspiration für meine Projekte hernehme und ich kann nur sagen, daß dafür vor allem so eine Phase des nichts-machen-müssens sehr hilfreich ist. Als kreativer Mensch ist es wichtig, sich ab und zu mal von den äußeren Reizen zu befreien und für mich hat sich dafür der Jahresabschluss bewährt.

Und klar, ich mag natürlich gerne gutes Wetter und wenn man mit luftiger Kleidung abends lange draußen sein kann, aber die kurzen Wintertage habe ich auch gern. Und wenn dann sogar ein paar Schneflocken die Landschaft dekorieren… Daß wir das hier im Norden um diese Jahreszeit erleben, ist nicht selbstverständlich. Autofahren war eher mäßig spaßig, aber hey! Dann geht es eben mal langsamer. So what?!

Das Waffeleisen lief hier tagelang im Dauereinsatz. Sternchen-Waffeln. So cool!

Und selbstgebackene Kekse sind natürlich auch der Hit! Vor allem, wenn man sie geliefert bekommt. :-) Außer Waffeln habe ich in diesem Jahr nichts gebacken. Ich habe ja nicht mal einen Adventskranz aufgestellt! Und offenbar hat das auch niemand vermisst? Die Jungs haben jedenfalls nicht danach gefragt und ich mag gar keine Kerzen. Oh Gott, wenn ich das hier so schreibe, habe ich das Gefühl, ich bin der Grinch?

Und hier hätten wir mal wieder einen aus der Rubrik „das echte Leben“… Der Tag war weder weihnachtlich noch entschleunigt und lief so ab: morgens hoch und das Paulkind richten und in den Schulbus setzen. Dann den nach wie vor gehbehinderten Zwilling zur Schule kutschen, inklusive des morgendlichen Bedürfnisses, anderen Eltern körperlich weh zu tun und im Anschluss das große Kind zur Fahrschule bringen. Der sollte nämlich seine letzte Fahrstunde haben und direkt danach seine praktische Prüfung ablegen.

Also fuhr ich schnell einkaufen, fütterte die Waschautomaten mit Wäsche und Geschirr und konnte den Prüfling ohne vollbrachte Prüfung wieder abholen, da der Prüfer nicht auffindbar war. Eigentlich wollten wir ja dann zusammen das Kinder-Kfz aus der Werkstatt holen, das nämlich spontan ein paar frische Bremsen haben wollte, was ja aber so nicht funktionierte. Also fuhr ich hin, um den Schlüssel auszulösen, kam wieder zurück, kochte Essen, holte das Krückenkind wieder ab und fütterte ihn und den großen Bruder ab, um dann direkt zur Physiotherapie zu kutschen, das große Kinder wieder zur Fahrschule zu bringen, den anderen wieder von der Turnstunde abzuholen, um den Zwilling aus der Schule einzusammeln, weil der Fahrdienst akuten Personalmangel hatte.

Und dann also der Anruf vom großen Kind, der zwar seine Prüfung bestanden hatte, aber da mit dem Fahrlehrer auch der Führerschein verschwunden war, gab es den ersehnten Lappen vorerst nicht. Warum auch? Es könnte doch auch einfach mal einfach sein?? (Inzwischen hat sich aber alles wieder angefunden.)

Dafür hatten wir, bei all meiner Grinchigkeit, in diesem Jahr schon ziemlich früh einen Baum. Also einen Mini-Baum, denn Mini geht ja bekanntermaßen immer! ;-) Zu dem kamen wir wie Maria zum Kinde, aber haben dann einstimmig beschlossen, daß er zu uns passte und deshalb durfte er bleiben.

Mein Weihnachtsgeschenk kam auch schon ein paar Tage vor dem Fest, denn Muddi hat endlich mal den Rechner im Keller ersetzen können. Jetzt habe ich auch nicht mehr so sehr Angst, daß beim Setzen des nächsten Magazins die Kiste abraucht… Der Vorgänger war jetzt auch mittlerweile elf Jahre alt, was ja für so ein Gerät ungefähr einem Dinosaurier entspricht, und bekam langsam ein paar Krankheiten. Im letzten halben Jahr hatte ich immer die Befürchtung, daß ich ihn zum letzten Mal ausschalte, aber er hat tapfer durchgehalten!

Diesmal hätte ich die Spitze sogar selbst drauf bekommen… :-))) Sehr cool – die Aktion Baum schmücken war in zehn Minuten abgefühstückt. Ich glaube, wir sollten das zukünftig immer so machen?

Natürlich hat der Wäschetrockner, nachdem ich mein Erspartes in die Werkstatt getragen hatte, das Trocknen kurz mal aufgegeben. Zum Glück lag es „nur“ an einem gebrochenen Scharnier, das dazu führte, daß die Klappe nicht mehr richtig schließen konnte und die Wäsche deshalb nicht mehr trocken wurde. Meine pinke Makita und ich haben das Problem Zum Glück selbst beheben können. Die paar Tage haben Mount Laundry direkt auf Rekordhöhe anwachsen lassen. Wie gut, daß ich sonst nichts zu tun hatte…

Das jährliche Fotoshooting mit den Kerls durfte natürlich nicht fehlen. Unsere einzige wirkliche Weihnachtstradition.

Stellt Euch vor, Ihr habt eine Freundin, die etwas weiter weg wohnt. So im Frankfurter Umland zum Beispiel. Und angenommen, die Freundin hätte einen Tisch bei einem schwedischen Möbelhaus gekauft und liefern lassen. Vielleicht wäre unterwegs eines der Tischbeine abhanden gekommen. Sowas soll ja schonmal passiert sein.

Stellt Euch weiter vor, das Möbelhaus hätte nicht die Möglichkeit, ein Ersatztischbein zu schicken, weil aus irgendwelchen Gründen ausverkauft. Auch das ist ja denkbar. Nun wäre aber ein nicht identisches, aber passendes Tischbein verfügbar, das Mehrkosten von 5 Euro verursachen würde, die die Freundin auch zu übernehmen bereit gewesen wäre, was aber so nicht machbar sein könnte, weil, um ein anderes Teil als das ursprünglich bestellte nachzuliefern, ein neuer Auftrag erstellt werden müsste, plus der 39,95 Speditionskosten, die natürlich nicht anfallen würden, wenn man stattdessen das verschwundene Teil in einer Filiale in einem anderen Ort auftreiben könnte, der zugegebenermaßen nicht so ganz in der Nähe liegt. Sagen wir, Hamburg? Da wäre die Lieferung selbstverständlich im Rahmen der Gewährleistung kostenfrei. Auch nach Hessen.

Long Story short – um den Transportschwachsinn an dieser Stelle nicht zu unterstützen, kam das Tischbein zu mir und ich schickte es mit der Weihnachtspost weiter. Manchmal…

Ok, das mit der weißen Weihnacht, die ich trotz meiner umweihnachtlichen Anwandlungen schon ganz schick finden würde, hat nicht so ganz geklappt. Aber einen Tag vorher war hier Schnee. Ich habe Fotos, die das beweisen!

Auch etwas, das ich überhaupt nicht brauche: Raclette! Kochen im Wohnzimmer ist doch was für Leute, die sich nicht trauen im Winter zu grillen! (Und ich finde Grillen eher semi-toll…) Aber die Jungs finden es großartig, also was soll’s. Dann stinkt es eben mal eine Weile im Haus.

Das Schönste an der Weihnachtszeit ist die Zeit nach dem großen Fressen und der Geschenkeschlacht. Ok, Geschenke gab es in diesem Jahr auch sparsamer, denn die Kinder wünschten ausschließlich Computerbauteile also habe ich es auch weitestgehend dabei belassen. Die Herren waren happy und beschäftigt und ich konnte mit meinen warmen neuen Socken meine Serie schauen.

Die Zwillingskinder haben den Jahreswechsel bei ihrem Vater verbracht und so waren der Große und ich tatsächlich ganz allein und es war wunderbar!! Am Morgen bin ich ganz früh einmal zum Bäcker gesprungen und habe ein paar Berliner gejagt, um dann einfach den Tag über rumzudödeln, ein wenig im Keller zu spielen und zeitig ins Bett zu gehen. Kann von mir aus immer so laufen.

Und damit ist 2021 abgehakt. Was für ein Jahr!

Hier kommt jetzt noch schnell das letzte der Kalender-Cutfiles. Das könnt Ihr Euch natürlich gerne herunterladen.

Mal schauen, was 2022 so für uns bereit hält. Und mal sehen, vielleicht ergänze ich noch ein, zwei Monate an meinem Jahres-Dex. Ein bißchen Platz wäre ja noch?

Macht es Euch fein!

Kreativsüchtig

4 Kommentare

  1. HirschEngelchen Antworten

    Hallo Mel!
    Wieder ein herrlicher und beeindruckender Bericht über deinen Alltag, der mir jedes Mal höchsten Respekt abnötigt. Was du so mit deiner Rasselbande durchmachst, geht doch auf keine Kuhhaut. Ich bin schon beim Lesen erschöpft. :-) Kinder halten offenbar doch jung! ;-)
    Mein Dezember sieht leider meist lange nicht so entspannt aus wie deiner, aus den unterschiedlichsten Gründen. Teils selbstgemacht, teils von „außen“ verursacht. Allerdings bin ich auch nicht so „grinchig“ veranlagt wie du, ich liebe das Weihnachtliche Gedöns. Den Grinch mag ich aber auch – insbesondere, wenn er von Jim Carrey dargestellt wird…
    Ich freue mich schon darauf, auch im neuen Jahr hier wieder von deinen Abenteuern und deinen tollen Inspirationen zu lesen!
    Liebe Grüße vom HirschEngelchen
    Anka

    • Mel Autor des BeitragsAntworten

      Huhu Anka! Also, daß Kinder jung halten, kann ich so nicht unbedingt bestätigen. Ich glaube, jedes einzelne graue Haar habe ich mir redlich verdient… ;-) Aber jetzt, nach ein paar Tagen Feiertags-Auszeit habe ich das Gefühl, ich bin wieder ein Mensch. Mal schauen, was dieses Jahr so bringt? Ich habe auf jeden Fall schon wieder ein paar Ideen im Kopf und langweilig wird es vermutlich mal wieder nicht.
      GLG!!

  2. Rank Silvia Antworten

    Das hast du echt ganz toll gemacht ich hab mir sowas für dieses Jahr auch vorgenommen nur in Form eines Album hab ich mir gedacht – hab ja dank dir schon einige Ideen ich werde dir berichten

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