Einstieg ins Scrapbooking | 5 Tipps

Scrapbooking für Anfänger

Die eine Frage die immer und immer wieder gestellt wird: Ich möchte mit dem Scrapbooking anfangen, was brauche ich dafür?

Natürlich kann man zehn Leute fragen und zehn unterschiedliche Antworten bekommen und es gibt schon eine ganze Menge Beiträge zu diesem Thema im Netz. Ich möchte mir nicht anmaßen die ultimative Antwort auf diese Frage geben zu können, aber nach reichlichem Nachdenken immer mal wieder so über die Jahre komme ich für mich zu folgendem Ergebnis: Kaufen muss man um anzufangen ziemlich genau – NICHTS!

DIY Hintergrund Scrapbooking Layout

Ist jetzt jemand erstaunt? ;-)

Klar, Ihr kennt mich ja. Ich bin bekennender Werkzeugfetischist und ich liebeliebeliebe Dekoschnupsizeugs und selbstverständlich empfehle ich aus Überzeugung gerne tolle Tools, die einem das Leben leichter machen. Ich meine, das ist ja mein Job!

Und trotzdem finde ich, dass man eigentlich alles, was man BRAUCHT um zu beginnen, zu Hause hat.

Für einen Anfänger kann die angebotene Produktvielfalt im Papierbastel- und Scrapbookingbereich geradezu erschlagend sein! Und natürlich sind all diese vielen Sachen wundervoll und bunt und habenswert.

Meiner Meinung nach ist es trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb ehrlich gesagt total überfordernd, sich mit einem Berg Dingen einzudecken, von denen man eigentlich gar nicht wirklich weiß, wie man sie benutzen soll und zu versuchen, das alles gleichzeitig zu lernen. Und mal Hand auf´s Herz: Wenn man das erste Mal zur Tanzstunde geht, trägt frau doch auch erstmal normale Pumps und investiert nicht gleich in Turnierschuhe. Und das ist auch gut und richtig so.

Journaling

Vielleicht können die folgenden 5 Tipps helfen, den Einstieg in die wunderbare Welt des Scrapbookings zu erleichtern:

1. Nutze, was bereits vorhanden ist

Na klar, es gibt für wirklich ALLES professionelles Zubehör. Aber für den Anfang braucht man vermutlich wirklich und in echt überhaupt gar nichts dazu zu kaufen. Eine selbstheilende Schneidematte ist der Hit, aber man kann sich auch erstmal mit einer festen Pappe, wie zum Beispiel der Rückseite eines Zeichenblocks, behelfen. Eine Schere hat ganz sicher jeder im Repertoire und auch wenn UHU nicht fotofreundlich ist, kann man damit Dinge zusammen kleben. Dosen, Teller und andere Haushaltsgegenstände lassen sich super als Schablonen zweckentfremden.

Sicher wird niemand von heute auf morgen beschließen, dass Scrapbooking das neue zufünftige Lieblingshobby ist, wenn da nicht bereits eine kreative Ader fließt, oder? Das bedeutet auch, ein paar Blatt buntes Papier und ein Stück Band und zwei Stifte finden sich ganz sicher in einer Bastelkiste. Das ist doch schonmal ein guter Grundstock!

2. Keep it simple

Nehmt Euch zwei oder drei Fotos und arrangiert sie auf einem Stück Papier. Schreibt einen Titel dazu. Und eine kleine Geschichte über das, was dort zu sehen ist. Klebt einen Sticker dazu. Oder auch zwei. Sieht doch schon gut aus, oder?

zeichnen statt stempeln

3. Schneidet es klein

Ja wirklich, traut Euch! Es ist nur Papier.

4. Experimentiert und fordert Euch selbst heraus

Nehmt viele kleine Fotos. Oder ein großes Foto. Verwendet nur eine Farbe. Schreibt einen großen Titel. Verzichtet auf einen Titel…
Es gibt kein Richtig oder Falsch. Aber es gibt umglaublich viele Möglichkeiten Scrapbook Seiten zu gestalten. Nur wenn man experimentiert kann man herausfinden, was einem wirklich liegt. Challenges auf Blogs oder in Foren bieten eine tolle Gelegenheit sich auszuprobieren.

5. Üben, üben, üben

Auch wenn das natürlich sehr praktisch wäre – es reicht nicht eine Anleitung zu lesen oder ein YouTube Video anzusehen. Scrapbooking erfordert wie alle anderen Hobbies Übung und Zeit. Lernt Euer Material und Werkzeug kennen. Wiederholt Techniken so oft es geht. Und kalkuliert Fehlschläge ein. Selbst der geübteste Scrapper produziert gelegentlich Werke für die Tonne.

Erlaubt euch, euren eigenen Weg auf dieser Reise zu gehen. Ich habe meine ersten Werke mit einer Schnippi-Kinderschere und ein paar Schulbuntstiften zusammengebastelt und diese Alben stehen auch bis heute in meinem Schrank, auch wenn das vermutlich nicht das Berühmteste ist, das ich je produziert habe. Aber deshalb ist es ja nicht falsch oder schlecht?

Ich habe mit der Nagelschere Ecken gerundet, mit einem stinknormalen Locher meine ersten Alben gebunden, Schablonen für meine Fotos aus Verpackungskartons geschnitten und diese fürchterlichen Herzchenaufkleber aus dem Drogeriemarkt benutzt. Ok, damals hieß es auch noch “Fotos ins Album kleben” und nicht “Scrapbooking”… ;-)

Viel wichtiger als das perfekt-perfekte Kunstwerk ist doch bei unserem Hobby das Sammeln der schönen Momente des Lebens und dafür braucht es nur eine Zutat: die Freude am Machen!

Kreativsüchtig

 

 

4 Kommentare

  1. PrinzessinN Antworten

    Liebe Mel,
    Vielen Dank für deine Tips. Nr. 4 finde ich super. Das muss ich öfters machen. Und dann natürlich Nr. 5. In letzter Zeit kommt das Scrappen zu kurz und ich merke, wie unbeholfen ich jeweils bin, wenn ich wieder ein Layout basteln will. Ohne Übung fällt es einem echt schwer. Wenn man eines nach dem anderen macht, dann geht es leichter von der Hand.
    Liebe Grüsse
    Nadia

    • Mel Autor des BeitragsAntworten

      Das kenne ich zu gut. Layouts gibt es bei mir ja auch immer eher phasenweise und ich muss dann am Anfang immer ne Weile schieben, bis es wieder flutscht. Aber Hauptsache ist doch, es macht Spaß! <3

  2. Tanja Antworten

    Wie gut, das Männe deinen Beitrag hier nicht liest, – wie sollte ich sonst mein ganzes Zeugs erklären??!! *zwinker* Aber du hast Recht, eigentlich braucht es keiner teuer gekauften Materialien. Und was ich immer besonders wichtig finde: es gibt kein richtig oder falsch. Es muss einem selbst gefallen!
    LG Tanja

    • Mel Autor des BeitragsAntworten

      Also wenn ich mich hier in meinem Fuhrpark so umsehe, komme ich mir ja auch fast ein bißchen scheinheilig vor… *lach*
      Aber ich finde es immer so schlimm, wenn man beispielsweise beim Gesichtsbuch dann die tollen Tipps liest – man bräuchte dringend 1000 Dinge, darunter mindestens eine Big Shot und 237 Stempel, ohne das ginge es nicht. Das finde ich irgendwie schräg.
      GLG, Mel

Ich freue mich immer über ein paar liebe Worte von Dir!